Besuch der Gedenkstätte Dachau

Dachau – ein Ort, der vielen von uns schon aus dem Geschichtsunterricht ein Begriff war. Ein Ort, der die dunkle Geschichte Deutschlands widerspiegelt und an dem unter der NS-Herrschaft von 1933 bis 1945 über 200.000 Menschen inhaftiert waren und zahlreiche von ihnen ihr Leben verloren. Wie viele 9. Klassen in Bayern vor uns, besuchten die Mittelschüler von der Mittelschule Auf der Schanz und Friedrichshofen am 28. Oktober das ehemalige Konzentrationslager, das 25 km von München entfernt liegt und das wir von Ingolstadt aus nach einer etwa einstündigen Busfahrt erreichten.

Dachau galt als Vorzeigelager, wie wir bei der Führung lernten, die außerhalb des Lagers begann und uns durch die Tür mit dem bekannten Spruch „Arbeit macht frei“ nach drinnen führte. Wir erfuhren, was es mit diesem auf sich hatte, denn dass die Menschen hier alles andere als frei waren, wussten wir schon vor unserer Ankunft: Die Gefangenen wurden damit verspottet und die menschenunwürdige Behandlung der männlichen Inhaftierten sollte damit verschleiert werden.

Die 9. Klassen wurden vor der Gedenkstätte in Kleingruppen aufgeteilt und über das weitläufige Gelände geführt, von dem man sich heute kaum vorstellen kann, wie es unter der NS-Herrschaft ausgesehen hat. Die meisten Baracken zur Unterbringung der Häftlinge wurden abgerissen und konnten wegen der Corona-Pandemie nicht von innen besichtigt werden, aber ein Blick durch die Fenster verschaffte uns einen guten Eindruck von den beengten und menschen-verachtenden Verhältnissen, unter denen die Inhaftierten zu leiden hatten. Eingesperrt wurden in Dachau nur Männer, die aus mehr als 30 Staaten kamen und die aus verschiedenen Gründen inhaftiert wurden: Nationalität und Ethnie[1] spielten dabei eine Rolle, ebenso wie die politische Einstellung, die Glaubensrichtung oder die sexuelle Orientierung. Sie mussten bei jedem Wetter zum Appell antreten, oft stundenlang und nur mit dünner Kleidung dort ausharren und waren völlig dem Terror der NS-Herrschaft ausgeliefert. Am deutlichsten wurde das in der Gaskammer und dem Krematorium, deren Anblick bei vielen von uns ein Gefühl der Beklemmung auslöste.

Das ehemalige Konzentrationslager kann auch bei einem virtuellen Rundgang besichtigt werden, der auf der Website der Gedenkstätte zu finden ist. Dieser ist sehr interessant, kann aber die Größe des Lagers nicht richtig vermitteln und auch nicht das Gefühl, das einen beim Blick in dieses dunkle Kapitel der deutschen Vergangenheit überkommt. Ein Schülerin der 9. Klasse fasst ihren Eindruck des Lagers so zusammen: „Als ich mit meiner Klasse diesen Ort betreten habe, an dem viele unschuldige Menschen mit Schmerzen ihr Leben verloren haben, wurde mir von der ersten Sekunde an mulmig im Bauch.“, ein anderer schreibt er werde den Besuch dort nicht vergessen und würde ihn anderen Schülern sehr empfehlen, da „es schon etwas anderes ist, alles mit eigenen Augen zu sehen statt nur die Bilder im Schulbuch anzuschauen“.

Wir möchten uns hiermit nochmal sehr beim Förderverein bedanken, der unsere Exkursion mit einem Zuschuss von 500 Euro mitfinanzierte und so einen Teil der Kosten für die Busfahrt übernahm. Der Eintritt in die Gedenkstätte ist kostenlos, damit jeder sich selbst ein Bild von den schrecklichen Umständen machen kann, unter denen die Häftlinge dort zu leiden hatten, ehe Dachau am 29. April 1945 von der US-Armee befreit wurde.

                                                                      

Verfasst von der Klasse 9cM, MS Auf der Schanz